Katastereinkommen

Katastereinkommen - Was und wie

  • Was ist das Katastereinkommen?

    Das Katastereinkommen (KE) bildet die Grundlage zur Erhebung des Immobiliensteuervorabzugs und zur Festlegung der in Sachen Steuer der natürlichen Personen steuerbaren Immobilieneinkünfte.

    Das KE ist kein wirkliches Einkommen, sondern ein fiktives Einkommen, das dem durchschnittlichen jährlichen Nettoeinkommen entspricht, das ein unbewegliches Gut seinem Eigentümer verschaffen würde. Es handelt sich also um den mittleren Nettomietwert eines unbeweglichen Gutes für ein Jahr zur Referenzzeit. Bis heute ist diese Referenzzeit der 1. Januar 1975.

    Der Bruttomietwert wird gemindert um pauschal festgelegte Unkosten von 40 % für eine bebaute Immobilie und 10 % für eine unbebaute Immobilie.

    Sie können die nicht indexierten Katastereinkommen Ihrer Immobilien einfach konsultieren über MyMinfin:

    1. Identifizieren Sie sich
    2. Klicken Sie auf „Meine Daten bezüglich den Quellen- und Immobilienssteuern einsehen“ in „Meine Wohnung und meine unbeweglichen Güter“
  • Was ist das indexierte Katastereinkommen?

    Das für die Eintragung in die Heberolle des Immobiliensteuervorabzugs und für die Berechnung des Immobilieneinkommens in der Steuererklärung berücksichtigte Katastereinkommen (KE) ist das indexierte Katastereinkommen.

    Laut Gesetz müssen die Katastereinkommen alle 10 Jahre im Laufe einer allgemeinen Angleichung neu bewertet werden. Da diese allgemeine Anpassung auf sich warten lässt, wurde das Katastereinkommen seit Einkommensjahr 1991 an den Verbraucherpreisindex angepasst (automatische Indexierung).

    Für Steuerjahr 2019 beläuft dieser Index sich auf 1,8230.

    Sie können die nicht indexierten Katastereinkommen Ihrer Immobilien einfach konsultieren über MyMinfin:

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    2. Klicken Sie auf „Meine Daten bezüglich den Quellen- und Immobilienssteuern einsehen“ in „Meine Wohnung und meine unbeweglichen Güter“
  • Was ist der Unterschied zwischen dem Katastereinkommen und dem Immobiliensteuervorabzug?

    Das Katastereinkommen wird auf föderaler Ebene festgelegt. Das Katastereinkommen muss nicht bezahlt werden, bildet aber die Grundlage zur Berechnung des Immobiliensteuervorabzugs und zur Festlegung der in Sachen Steuer der natürlichen Personen steuerbaren Immobilieneinkünfte.

    Der Immobiliensteuervorabzug ist eine jährlich zu zahlende Steuer, die auf der Grundlage des indexierten Katastereinkommens festgelegt wird. Es handelt sich um eine Regionalsteuer, die von verschiedenen Behörden erhoben wird.

    Flandern

    Die Flämische Region nimmt den Immobiliensteuervorabzug selbst ein und treibt ihn auch bei. Sie haben Fragen? Dann nehmen Sie Kontakt auf mit:

    Agentschap Vlaamse Belastingdienst
    Onroerende voorheffing
    Vaartstraat 16
    9300 AALST
    Telefonisch über (kostenlose) Nummer 1700 (Vlaamse Infolijn)
    Website und E-Mail: https://belastingen.vlaanderen.be

    Brüssel

    Die Region Brüssel-Hauptstadt nimmt den Immobiliensteuervorabzug selbst ein und treibt ihn auch bei. Sie haben Fragen? Dann nehmen Sie Kontakt auf mit:

    Bruxelles Fiscalité / Brussel Fiscaliteit
    Tel. 02 430 60 60
    E-Mail: info.fiscalite@sprb.brussels oder info.fiscaliteit@gob.brussels
    Website: https://fiscalite.brussels/ oder https://fiscaliteit.brussels/

    Wallonie

    Für die Wallonische Region wird der Immobiliensteuervorabzug derzeit vom Föderalen Öffentlichen Dienst Finanzen eingenommen. Bei Fragen können Sie uns über die üblichen Informationskanäle kontaktieren.

  • Wie wird das Katastereinkommen notifiziert?

    Jedes neu festgesetzte, berichtigte oder aufgewertete Katastereinkommen wird dem Steuerpflichtigen per Einschreiben notifiziert.

    Um weitere Auskünfte zur Festsetzung Ihres KE zu erhalten, können Sie sich stets an die Außendienststelle der Verwaltung Aufmaße und Bewertungen wenden, die für die Gemeinde, in der das Gut gelegen ist, zuständig ist. Die Kontaktdaten finden Sie auf dem Brief.

  • Ich habe eine Notifizierung erhalten (Schreiben mit der Festlegung des Katastereinkommens). An wen wende ich mich, wenn ich Fragen habe?

    Kontaktieren Sie uns unter der Nummer 02 572 57 57 (werktags von 8:30 bis 17 Uhr) für allgemeine Informationen oder für einen Termin mit dem Sachverständigen.

Katastereinkommen - Widerspruch

  • Kann ich Widerspruch einlegen gegen das Katastereinkommen, das mir notifiziert wurde?

    Es gibt 2 Fälle, in denen Sie Widerspruch gegen das Katastereinkommen, das Ihnen notifiziert wurde, einlegen können:

    • entweder bei einer Bewertung, wenn es sich um einen Neubau handelt,
    • oder bei einer Neubewertung, wenn es sich um einen Umbau handelt.
  • Innerhalb welcher Frist und wie legt man Widerspruch gegen ein KE ein?
    • Der Widerspruch muss innerhalb einer Frist von 2 Monaten ab Datum der Notifizierung des KE (auf dem Dokument vermerktes Datum) eingelegt werden.
    • Der Widerspruch muss per Posteinschreiben an die Außendienststelle Aufmaße und Bewertungen, die für die Gemeinde zuständig ist, in der das Gut gelegen ist, gesandt werden. Die Adresse finden Sie oben auf dem Notifizierungsbrief.
    • Sie müssen einen Gegenvorschlag in Ihrem Widerspruch unterbreiten, das heißt, das KE angeben, das Sie vorschlagen.
  • Was geschieht nach Eingabe des Widerspruchs?

    Ein hierzu besonders bestellter Beamter ist mit der Prüfung aller zulässigen Widersprüche beauftragt. Nach Verhandlung mit dem untersuchenden Beamten kann eine gütliche Einigung getroffen werden. Wenn die Verhandlungen nicht zu einer Einigung führen, schlägt der untersuchende Beamte vor, den Dienst Steuerschlichtung in Anspruch zu nehmen, um zu versuchen, die Standpunkte ein letztes Mal in Einklang zu bringen.

    Weitere Informationen: Steuerschlichtung

    Wenn es nicht möglich ist, eine Einigung über Vermittlung des Dienstes Steuerschlichtung zu erzielen, können die beiden Parteien, d.h. die Verwaltung und der Steuerpflichtige:

    • in gegenseitigem Einvernehmen einen oder drei Schiedsrichter bestimmen
    • gemeinsam oder getrennt die Bestellung eines oder dreier Schiedsrichter durch den Friedensrichter beantragen.

    Die Entscheidung der Schiedsrichter bindet sowohl die Verwaltung als auch den Steuerpflichtigen, dessen Interessen somit gewahrt werden. Die Justiz kann jedoch noch eine Sachprüfung vornehmen.

  • Wie hoch sind die Schiedskosten und wer muss sie bezahlen?

    Für die Bestimmung des Betrags der Schiedskosten ist das Katastereinkommen zu berücksichtigen, das die Verwaltung Aufmaße und Bewertungen dem Widerspruchsführer notifiziert hat.

    Für bebaute Immobilien werden die Schiedskosten wie folgt festgesetzt:

    • 7,5 % des ersten Teilbetrags von 2.500 EUR des dem Widerspruchsführer notifizierten Katastereinkommens, mit einem Mindestbetrag von 75 EUR,
    • 1 % des Teilbetrags von 2.500 EUR bis 18.600 EUR,
    • 0,75 % des Teilbetrags über 18.600 EUR.

    Der Betrag darf 1.000 EUR jedoch nicht überschreiten.

    Wenn drei Schiedsrichter bestimmt worden sind, entspricht die Entlohnung für jeden 60 Prozent des Betrags, der sich aus der Anwendung der hiervor festgelegten Tarife ergibt.

    Die so berechneten Beträge enthalten die verschiedenen Unkosten, aber nicht die MwSt.

    Entspricht das endgültig festgesetzte Katastereinkommen dem Mittelwert zwischen dem von der Verwaltung festgesetzten Katastereinkommen und demjenigen, das der Beschwerdeführer dieser entgegengesetzt hat, werden die Schiedskosten von beiden Parteien je zur Hälfte getragen.

    In den anderen Fällen werden sie von der Partei getragen, deren Zahl am meisten vom endgültigen Katastereinkommen abweicht.

  • Kann ich eine Revision meines Katastereinkommens außerhalb der Widerspruchsfrist beantragen?

    Es ist nicht möglich eine Revision des Katastereinkommens außerhalb der vorgesehenen Widerspruchsfrist beantragen. Die Verwaltung verbessert das Katastereinkommen nur, wenn nachgewiesen werden kann, dass ein materieller Fehler (z.B. Schreib- oder Rechenfehler) vorliegt.

    Der Kauf eines unbeweglichen Gutes eröffnet dem neuen Eigentümer nicht das Recht, einen Widerspruch gegen das bereits bestehende Katastereinkommen einzulegen.