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Andere

Wenn Sie eine oder mehrere Personen zu Lasten haben, erhalten Sie einen Steuervorteil in Form einer Erhöhung des Steuerfreibetrags. Das bedeutet, dass der Teil Ihrer Einkünfte, der nicht besteuert wird, um eine bestimmte Summe erhöht wird, wodurch sich Ihre Steuer verringert. Daher ist es wichtig, zu wissen, welche Personen steuerlich als zu Ihren Lasten betrachtet werden können. 
 

Andere Personen zu Lasten

  • Welche anderen Personen als meine Kinder kann ich in meiner Steuererklärung zu Lasten nehmen?

    Wenn alle Bedingungen erfüllt sind, können Sie folgende Personen zu Lasten nehmen:
    • Ihre Verwandten in aufsteigender Linie (Eltern, Großeltern usw.),
    • Ihre (Halb-)Geschwister,
    • die Personen, die Sie während Ihrer Kindheit ausschließlich oder hauptsächlich zu Lasten hatten,
      zum Beispiel eine Tante, die Sie nach dem Tod Ihrer Eltern während Ihrer Kindheit zu Lasten genommen hat.​
    Achtung! 
    Personen, die nicht auf dieser Liste stehen, können unter keinen Umständen steuerlich als zu Lasten betrachtet werden. So kann Ihr Ehepartner, Ihr gesetzlich zusammenwohnender Partner oder die Person, mit der Sie eine eheähnliche Gemeinschaft bilden, nie als zu Ihren Lasten gelten.
  • Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um steuerlich zu Lasten sein zu können?

    Damit die Personen für Steuerjahr 2022, Einkünfte 2021, zu Lasten sein können, müssen folgende drei Bedingungen erfüllt sein:

    1. Sie müssen am 1. Januar 2022 zu Ihrem Haushalt gehören.
      Das bedeutet, dass Sie tatsächlich das Familienoberhaupt sind, und dass die Person, die Sie zu Lasten nehmen möchten, tatsächlich und dauerhaft bei Ihnen lebt.

      Achtung! 
      Wenn diese Person, die Sie zu Lasten nehmen möchten, das Haus der Familie aus gesundheitlichen Gründen usw. vorübergehend verlassen hat, gilt sie in der Regel immer noch als Mitglied Ihres Haushalts.
      Personen, die 2021 verstorben sind, gelten am 1. Januar 2022 noch als Mitglied Ihres Haushalts, sofern sie bereits für das vorangegangene Steuerjahr (d.h. Steuerjahr 2021, Einkünfte 2020) zu Ihren Lasten waren.
       
    2. Ihre Nettoexistenzmittel dürfen 3.410 Euro nicht übersteigen (Einkünfte 2021). (Steuerjahr 2023, Einkünfte 2022: 3.490 Euro).
       
    3. Diese Personen dürfen keine Entlohnungen erhalten, die für Sie berufliche Werbungskosten darstellen.
  • Wie hoch ist der Steuervorteil?

    Die Höhe des Steuerfreibetrags (Steuerjahr 2022, Einkünfte 2021) hängt davon ab, ob es sich handelt um:
    • Ihre Verwandten in aufsteigender Linie (Eltern, Großeltern usw.), die 65 Jahre oder älter sind: 4.940 Euro pro Person. (Steuerjahr 2023, Einkünfte 2022: 5.060 Euro).
    • Ihre (Halb-)Geschwister, die 65 Jahre oder älter sind: 4.940 Euro pro Person. (Steuerjahr 2023, Einkünfte 2022: 5.060 Euro).
    • Ihre Verwandten in aufsteigender Linie (Eltern, Großeltern usw.) unter 65 Jahren: 1.650 Euro pro Person. (Steuerjahr 2023, Einkünfte 2022: 1.690 Euro).
    • Personen, die Sie während Ihrer Kindheit zu Lasten hatten: 1.650 Euro pro Person. (Steuerjahr 2023, Einkünfte 2022: 1.690 Euro).
    Personen mit Behinderung zu Lasten zählen für zwei Personen.

    Seit dem Steuerjahr 2022 können Sie einen höheren steuerfreien Betrag geltend machen, wenn Sie als nahestehende Hilfsperson einen Verwandten in aufsteigender Linie (Eltern, Großeltern…), einen Bruder oder eine Schwester (= nächster Verwandter) zu Lasten haben, der/die am 1. Januar 2022:

  • Mein(e) Partner(in) arbeitet nicht. Kann ich ihn/sie zu Lasten nehmen?

    Sie können weder Ihren Ehepartner, noch Ihren gesetzlich zusammenwohnenden Partner, noch die Person, mit der Sie eine eheähnliche Gemeinschaft bilden, zu Lasten nehmen.

    Wenn Sie oder Ihr Ehepartner / gesetzlich zusammenwohnender Partner keine oder nur geringe eigene Berufseinkünfte (Lohn, Arbeitslosengeld, Pension ...) haben, profitieren Sie automatisch vom „Ehepaarquotienten“. Dadurch ist es möglich, bei der Steuerberechnung einen Teil der Berufseinkünfte des Partners mit dem höchsten Einkommen auf den anderen Partner zu übertragen. Dieser Teil wird zu einem niedrigeren Steuersatz veranlagt, was im Prinzip den Gesamtbetrag der geschuldeten Steuer senkt.

    Bedingungen:
    • Sie müssen eine gemeinsame Erklärung einreichen (Personen, die eine eheähnliche Gemeinschaft bilden, sind daher nicht davon betroffen).
    • Die Berufseinkünfte des Partners mit den geringsten Berufseinkünften müssen weniger als 30 % der gesamten Berufseinkünfte beider Partner betragen.​
    Der Ehepaarquotient wird dann zu den Berufseinkünften des Partners mit den niedrigsten Berufseinkünften hinzugerechnet, so dass diese 30 % des gesamten Berufseinkommens beider Partner mit einem Höchstbetrag von 11.170 Euro (Steuerjahr 2022, Einkommen 2021) erreichen. (Steuerjahr 2023, Einkünfte 2022: 11.450 Euro).
     
    Der Ehepaarquotient wird nicht angewandt, wenn dadurch die geschuldete Steuer steigt.
  • Kann ich meine Mutter zu Lasten nehmen, die 65 Jahre alt ist und eine Pension erhält?

    Sie können Ihre Mutter genauso wie Ihre anderen Verwandten in aufsteigender Linie und Ihre Geschwister, die 65 Jahre und älter sind und eine Pension erhalten, zu Lasten nehmen, wenn sie die unter der Frage „Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um steuerlich zu Lasten sein zu können?“ genannten Bedingungen erfüllen.

    Um ihre Nettoexistenzmittel zu ermitteln, müssen Sie vom Bruttobetrag der Pension (oder der Renten oder sonstigen Entschädigungen), die sie 2021 erhalten haben, 27.430 Euro abziehen. (Steuerjahr 2023, Einkünfte 2022: 28.100 Euro).
  • Kann ich jemanden zu Lasten nehmen, der 2021 verstorben ist?

    Wenn sie alle Bedingungen erfüllen, gelten Personen, die 2021 verstorben sind und bereits für das vorangegangene Steuerjahr (d.h. Steuerjahr 2021, Einkommen 2020) zu Ihren Lasten waren, auch am 1. Januar 2022 noch als Mitglied Ihres Haushalts und können daher zu Lasten genommen werden.