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Was geschieht nach dem Brexit mit Paketen, die aus dem Vereinigten Königreich stammen?

Seit dem Ende des Brexit-Übergangszeitraums am 1. Januar 2021 behandelt die EU das Vereinigte Königreich wie ein Drittland, wie z. B. China. Daher sind die „Praktischen Tipps für Online-Käufe über einen ausländischen Webshop“ maßgebend geworden, wenn Sie Waren auf einer Website des Vereinigten Königreichs kaufen.

Wenn Ihr Päckchen einen Wert von höchstens 22 € hat, entstehen Ihnen keine Zusatzkosten (dieser Freibetrag wird am 1. Juli 2021 aufgehoben).

Für Beträge über 22 €:

  • ist eine Zollanmeldung erforderlich: Der Versender oder Anmelder kann die Kosten für die Erledigung dieser Zollformalitäten, die manchmal als „Zollkosten“ bezeichnet werden, in Rechnung stellen.
  • ist die MwSt. bei der Einfuhr geschuldet.

Das Handels- und Kooperationsabkommen, das am 24. Dezember 2020 mit dem Vereinigten Königreich abgeschlossen wurde, hat keinen Einfluss auf die Zollformalitäten oder auf die Zahlung der MwSt. bei der Einfuhr.

Einfuhrabgaben

Für Beträge über 150 € sind zusätzlich zu den beiden vorangehenden Beträgen die Einfuhrabgaben geschuldet.

Die Einfuhrabgaben werden im Allgemeinen als Prozentsatz des Rechnungsbetrags berechnet. Bei Kleidung oder Schuhen sind es oft mehr als 10 %, aber auf Bücher oder ein Smartphone zum Beispiel sind keine Einfuhrabgaben zu zahlen.

Diese Abgaben können dank des Handels- und Kooperationsabkommens entfallen, aber ... nur, wenn der Verkäufer der Waren über den Präferenzursprung „Vereinigtes Königreich“ verfügt.

Dieses Zertifikat kann man nur erhalten, wenn die Waren tatsächlich im Vereinigten Königreich empfangen oder hergestellt wurden (nach den im Handels- oder Kooperationsabkommen vorgesehenen Ursprungsregeln).

Sonstige Kosten können insbesondere für akzisenpflichtige Waren hinzukommen (Alkohol, alkoholische Getränke, Tee, Kaffee und andere nichtalkoholhaltige Getränke). Nähere Informationen zu diesem Thema: „Akzisenprodukte einführen“.

Der Kauf und Verkauf von Tabakwaren (Zigaretten, Zigarren, Rauchtabak, Shisha-Tabak usw.) über Onlineshops oder Internetplattformen ist in Belgien verboten.

Gibt es also keine Vorteile? Doch. Seit dem 1. Januar 2021 ist Belgien für das Vereinigte Königreich ein Drittland. Die MwSt. im Vereinigten Königreich ist also für Ihre Käufe auf einer Website des Vereinigten Königreichs nicht mehr fällig. Nähere Informationen finden Sie unter der Rubrik „Versand und Empfang von Paketen“.

Beispiel:

Sie kaufen in einem Webshop des Vereinigten Königreichs Modeschmuck für 160 €. Dies sind die Kosten für Ihren Kauf:

Die Versandkosten belaufen sich auf 35 €.

Die Versicherungskosten belaufen sich auf 5 €.

Sie berechnen die Einfuhrabgaben auf 160 € + 35 € + 5 € = 200 €.

Die Einfuhrabgaben belaufen sich auf 4 % von 200 € = 8 €.

Der Kurierdienst erhebt 15 Euro Verwaltungskosten für die Anmeldung.

Sie berechnen die MwSt. auf 160 € + 35 € + 5 € + 8 € + 15 € = 223 €.

Die MwSt. beläuft sich auf 21 % von 223 € = 46,83 €.

Der Endpreis für Ihren Schmuck beläuft sich also auf 269,83 €.

Diese Kosten beinhalten 54,83 € Zusatzsteuern (8 € Einfuhrabgaben + 46,83 € MwSt.).