Königliche Schenkung

Königliche Schenkung

  • Historische Übersicht

    Anlässlich seines fünfundsechzigsten Geburtstags beschloss König Leopold II. in einem Schreiben vom 9. April 1900 an die Regierung, dem Staat die Immobilien, die er in den vorhergehenden Jahren erworben hatte und die zur Schönheit des Landes beitrugen, zu schenken.

    Er legte fest, dass einige dieser Immobilien auf keinen Fall veräußert werden dürfen, während andere Ihre ursprüngliche Funktion und ihr Äußeres behalten sollten; ein Teil schließlich sollte den Thronfolgern zur Verfügung stehen.

    In einem Schreiben vom 15. November 1900 wurden weitere Immobilien dem Verzeichnis vom 9. April hinzugefügt.

    Der Staat akzeptierte die Schenkung mittels eines Gesetzes vom 31. Dezember 1903 (Belgisches Staatsblatt vom 1. Januar 1904).

    Darüber hinaus haben einige Immobilien des Vermögens ihren Ursprung im Abtretungsabkommen des Unabhängigen Staates Kongo vom 28. November 1907 und in der Zusatzurkunde zu diesem Abkommen vom 5. März 1908, genehmigt durch die Gesetze vom 18. Oktober 1908 (Belgisches Staatsblatt vom 19. Oktober 1908).

    Zunächst wurde die Verwaltung dieser Güter vom Domänenamt des Finanzministeriums übernommen. Später wurde die Königliche Schenkung als autonome öffentliche Einrichtung des Staats unter Kontrolle des Finanzministers gegründet (Königlicher Beschluss vom 9. April 1930 – Belgisches Staatsblatt vom 29. Mai 1930).

    Sie ist mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit und völliger Finanzautonomie ausgestattet, d.h. sie muss alle Ausgaben aus eigenen Mitteln aufbringen, ohne Belastung der Staatskasse.

  • Vermögen

    Das Immobilienvermögen lässt sich in drei Kategorien unterteilen:

    1. Gemäß den vertraglichen Verpflichtungen des begünstigten Staates werden die nachfolgend genannten Güter dem Königshaus zur Verfügung gestellt,

    • das über den tatsächlichen Nießbrauch verfügt: Schloss Ciergnon, Schloss Belvédère, Residenz Schonenberg, die Gewächshäuser in Laeken, die Residenz in Tervuren.
      Darüber hinaus ist, kraft des Jagdgesetzes vom 28. Februar 1882, das Jagdrecht auf dem Grund der Domäne von Ardenne der Krone vorbehalten. Auf einer Gesamtfläche von rund 6.700 ha, sind rund 2.500 ha dafür vorgesehen.
    • das einer anderen Bestimmung zustimmte: die Schlösser Stuyvenberg, Fenffe und Ferage (vermietet), Schloss Val Duchesse (als Gästehaus für den Staat vermietet).
    • das sie für den Bedarf seines Dientsleistungspersonals nutzt: diverse Wohnungen in Laeken und Ardenne.

    2. Eine Reihe anderer Güter erhielt im Laufe der Jahre eine Bestimmung von allgemeinem Interesse.
    Zu nennen sind unter anderem: der Japanische Turm, der Chinesische Pavillon, der Elisabethpark und der Koloniale Garten in Laeken, das Hotel Bellevue in Brüssel, das Arboretum in Tervuren, der Dudenpark in Forest, Gelände innerhalb des Marie-Henriette-Parks in Ostende, Gelände innerhalb des Leopold-II-Parks in Nieuwpoort.

    3. Die übrigen Teile des Immobilienvermögens der Institution können als Privatbesitz betrachtet werden und werden entsprechend verwaltet. Diese Güter werden zu den bestmöglichen Bedingungen vermietet. Aus den Erlösen soll die Königliche Schenkung ihre Kosten bestreiten, wie gesetzlich vorgeschrieben.

    Die Hauptelemente sind:

    Ardenne: Landwirtschaftliche Flächen: 700 ha, auf 11 Betriebe verteilt und 850 ha, an die lokale Bevölkerung verpachtet; Jagdrecht auf rund 4.200 ha (Land und Wald); Erträge aus jährlich durchgeführten Holzeinschlägen in rund 4.800 ha Wald; Golfplatz im Park des ehemaligen Schlosses Ardenne.

    Tervuren: Golfplatz und Schloss Ravenstein; Gelände der British School of Brussels.

    Küste: Die Venezianischen Galerien und der angrenzende Park in Ostende; Gelände innerhalb der Wellington-Rennbahn in Ostende; die so genannten norwegischen Pferdeställe in Ostende; die "erste" Königliche Residenz in der Langestraat in Ostende; der Golfplatz Klemskerke.

    Brüssel und Umgebung: Dudenpark in Forest: Schloss (Inraci) und Stadion (Royale Union); Weiher von Boitsfort; Anlagen des Royal Yacht Club von Brüssel in Laeken am Seekanal; das Kino Vendôme in Ixelles; die Bürogebäude Coudenberg, Jean Jacobs und Quatre Bras in Brüssel, die den Großteil der Einnahmen einbringen.

    Die Königliche Schenkung ist außerdem Eigentümerin der Kapelle in Küssnacht in der Schweiz, einer Gedenkstätte für Königin Astrid.

    Zu guter Letzt besitzt die Königliche Schenkung auch bewegliche Güter, darunter ein Portefeuille von rund 35 Millionen Euro, das eine wesentliche Einnahmequelle darstellt. Die Institution erhielt außerdem vom Grafen und von der Gräfin von Ribaucourt eine große Sammlung antiker Waffen, die derzeit im Armeemuseum im Parc du Cinquantenaire ausgestellt ist.

  • Verwaltung

    Die Königliche Schenkung wird von einem Verwaltungsrat verwaltet, der aus zehn Mitgliedern besteht, darunter vier Würdenträger oder ehemalige Würdenträger des Hofes. Wenn er eine zur Königlichen Schenkung gehörige Domäne bewohnt, kann jeder Souverän, der regiert hat oder seine überlebende Ehegattin, sich in Überzahl von einem jetzigen oder ehemaligen Würdenträger vertreten lassen. Die Mitglieder werden durch Königlichen Beschluss ernannt. Der Intendant der Zivilliste gehört jedoch von Rechts wegen dem Rat an. Es gibt eine Altersgrenze von fünfundsiebzig Jahren.

    Die derzeitige Zusammensetzung des Verwaltungsrats:

    Vorsitzender:

    • Graf P. Buysse

    Geschäftsführende Verwalter:

    • Ph. Lens, Berater bei der Generalverwaltung der Vermögensdokumentation

    Verwalter:

    • A. d’Aspremont Lynden, Honorarprofessor an der Universität von Lille 3
    • N. De Bruyne, Intendant der Zivilliste
    • J. Hennes, Adjutant des Königs
    • H. D’Hondt, Vorsitzender des Direktionsausschusses des FÖD Finanzen, Verwaltungberater
    • M. Evenepoel, Generalverwalter der flämischen Agentur für Natur und Wald, technischer Berater
    • G. Noels, Chief Economist und Partner der Aktiengesellschaft Econopolis
    • V. Pardoen, Intendant der Zivilliste
    • Br. Quévy, Generaldirektor der Generaldirektion Landwirtschaft, natürliche Ressourcen und Umwelt des öffentlichen Dienstes Wallonie, technischer Berater
    • P. Warnauts, Ehrenprotokollchef des Königshauses

    Sekretär, ohne Stimmberechtigung:

    • B. Bekaert, Attaché beim Generalverwalter der Vermögensdokumentation

    Verwaltungssitz:

    Rue Bréderode / Brederodestraat 14
    1000 Brüssel

    Telefon:

    Königlicher Palast von Brüssel:

    telefoon +32 (0) 255 120 20

  • Allgemeine Konten des Finanzjahrs 2016

    (in Tausend Euro)

    Normales Budget

    Summe der Einnahmen: 6.631

    · Mieten: 4.471 (67,42 %)

    · Jagd- und Fischereipacht: 586 (8,84 %)

    · selbst bewirtschaftete Güter: 1.381 (20,83 %)

    · Portefeuille: 42 (0,63 %)

    · diverse Einnahmen: 151 (2,28 %)

    Im Vergleich zum Jahr 2011 weisen die Einkünfte eine Steigerung von 7,47 % auf.

    Summe der Ausgaben: 5.726

    · Personalausgaben: 4.074 (71,15 %)

    · Steuern und Abgaben: 292 (5,10 %)

    · Lieferungen und Arbeiten: 1.226 (21,41 %)

    · allgemeine Kosten: 34 (2,34 %)

    Im Vergleich zum Jahr 2015 gingen die Ausgaben um 1,46 % zurück: die Personalausgaben gingen um 2,65 % zurück, Steuern und Abgaben gingen um 12,84 % zurück, Kosten für Lieferungen und Arbeiten stiegen um 5,06 %, die allgemeinen Kosten stiegen um 8,06 %.

    Außerordentliches Budget

    (außergewöhnliche Einnahmen und Ausgaben, die Investitionen betreffen)

    Summe der Einnahmen: 1.004 (aus Immobilien).

    Summe der Ausgaben: 1.127, wovon 1.090 aus Immobilien und 37 aus beweglichen Gütern (Material und Mobilar).

    Ergebnis

     

    Normales Budget + 905
    Außerordentliches Budget - 123
    Schlusssaldo + 782

     

     Übersicht der drei letzten Jahre

     

      2013 2014 2015
    Normales Budget Normales Budget Normales Budget Normales Budget
    Einnahmen 5.968 6.135 6.170
    Ausgaben 5.349 5.779 5.811
      = 619 = 356 = 359
    Buitengewone begroting Außerordentliches Budget Außerordentliches Budget Außerordentliches Budget
    Einnahmen 5.146 12.455 12.022
    Ausgaben 755 17.085 10.297
      = 4.391 = - 4.630 = 1.725
    Schlusssaldo = 5.010 = - 4.274 = 2.084

     

    Nach Überprüfung durch einen Vertreter des Finanzministers werden die Jahresabschlüsse dem Rechnungshof vorgelegt.