Vorauszahlungen

Selbstständige und Freiberufler müssen Vorauszahlungen leisten, um Steuererhöhungen zu vermeiden. 

Als Selbstständiger können Sie eine Vergütung (Steuerermäßigung) erhalten. Auf jeden Fall müssen Sie die Vorauszahlungen rechtzeitig und korrekt leisten.

Vorauszahlungen für Selbstständige

  • Warum muss ich Vorauszahlungen leisten?

    Selbstständige, Freiberufler, Unternehmensleiter und mithelfende Ehepartner, die nicht rechtzeitig Vorauszahlungen leisten, riskieren eine Steuererhöhung.

    Selbstständige, die sich 2018, 2019 oder 2020 erstmals hauptberuflich als Selbstständige niedergelassen haben, unterliegen für Steuerjahr 2021 keiner Steuererhöhung. Sie können jedoch eine Vergütung (= Steuerermäßigung) erhalten, wenn sie Vorauszahlungen leisten.

  • Worauf wird die Steuererhöhung angewandt?

    Die Erhöhung wird angewandt auf die Steuer in Bezug auf den Nettobetrag der:

    • Gewinne oder Profite, die im Rahmen einer selbstständigen Berufstätigkeit bezogen wurden,
    • Entlohnungen von Unternehmensleitern (siehe Artikel 86 und 30 Nr. 3 und 33 des Einkommensteuergesetzbuches),
    • Entlohnungen von mithelfenden Ehepartnern.

    Selbstständige, die 2018, 2019 oder 2020 erstmals ihre Tätigkeit hauptberuflich begonnen haben, unterliegen für Steuerjahr 2021 keiner Steuererhöhung.

  • Wie wird die Steuererhöhung berechnet?

    Berechnungsgrundlage für die Erhöhung

    Die Berechnungsgrundlage beträgt 106 % der Steuer, die auf die Einkünfte geschuldet ist, die eine Erhöhung bewirken. Von diesen Einkünften werden eventuell Vorabzüge und andere darauf anrechenbare Bestandteile abgezogen (Pauschalanteil der ausländischen Steuer, Steuergutschriften, Mobiliensteuervorabzug usw.).

    Erhöhungssatz

    Für Steuerjahr 2020 (Einkünfte 2019) beträgt der Steuersatz 2,25 %.

    Berechnung der Erhöhung

    Um den geschuldeten Betrag der Gesamterhöhung zu erhalten, genügt es, die Erhöhungsgrundlage mit 2,25 % zu multiplizieren.

    Bei Selbstständigen wird die Erhöhung nur bis zu 90 % berücksichtigt.

    Die Erhöhung ist nicht geschuldet, wenn ihr Betrag entweder niedriger ist als 0,5 % der Steuern, auf deren Grundlage die Erhöhung berechnet wurde, oder wenn sie unter 80 Euro liegt.

  • Welchen Betrag muss ich überweisen?

    Den Betrag, die Sie im Voraus zahlen möchten, können Sie selbst bestimmen. Am besten schätzen Sie die Steuern, die Sie zahlen müssen, um die Höhe der Vorauszahlungen zu bestimmen.

    Hier finden Sie die Vorgehensweise:

    • Schätzen Sie den Betrag der Einkünfte, die eine Steuererhöhung zur Folge haben könnten.
    • Bestimmen Sie annähernd die Steuern, die auf den unter 1. erwähnten Betrag geschuldet ist.
    • Multiplizieren Sie diese Steuer mit 106 %.
    • Ziehen Sie eventuell Vorabzüge und andere darauf anrechenbare Bestandteile ab (das erzielte Ergebnis ist der Betrag der zu leistenden Vorauszahlung).
    • Der auf diese Weise festgestellte Jahresbetrag wird durch 4 geteilt.
    • Das Ergebnis dieser Teilung wird auf den Euro-Zehner gerundet.
    • Dieser gerundete Betrag wird jedes Quartal eingezahlt.

    Sie können Ihre Zahlungen jedoch auch nach eigenem Ermessen aufteilen.

  • Was geschieht, wenn ich nicht genug Vorauszahlungen geleistet habe?

    Durch rechtzeitige und ausreichende Vorauszahlungen vermeiden Sie eine Steuererhöhung. Für Steuerjahr 2019 entspricht der Erhöhungssatz 2,25 %.

    In diesem Fall wird die im Prinzip geschuldete Globalerhöhung um die Höhe des Gesamtbetrags der Vorteile aufgrund der geleisteten Vorauszahlungen vermindert.

    Was Selbstständige betrifft, wird der Saldo nur bis zu einem Satz von 90 % berücksichtigt.

    Für Steuerjahr 2019 (Einkünfte 2018) entspricht der Betrag dieser Vorteile der Summe folgender Berechnungen:

    • Betrag der 1. Vorauszahlung (VZ1) x 3,00 %
    • Betrag der 2. Vorauszahlung (VZ2) x 2,50 %
    • Betrag der 3. Vorauszahlung (VZ3) x 2,00 %
    • Betrag der 4. Vorauszahlung (VZ1) x 1,50 %

    Der Durchschnitt dieser Prozentsätze stimmt also mit dem Erhöhungssatz überein (2,25 %).

    Der Überschuss an Vorauszahlungen, der nicht auf die Steuer angerechnet wird, wird zurückgezahlt.

  • Was ist eine Vergütung?

    Eine Vergütung ist eine Steuerermäßigung. Wenn Sie genügend Vorauszahlungen geleistet haben, haben Sie Anrecht auf eine Steuerermäßigung.

    Um Anrecht auf die Vergütung zu haben, müssen Sie einen Betrag in Höhe von 106 % Ihrer Endsteuer gezahlt haben. Diese 106 % werden auf Ihre Gesamtsteuer weniger Berufssteuervorabzug und andere anrechenbare Beträge (zum Beispiel: Steuergutschriften, Mobiliensteuervorabzug, Pauschalanteil ausländischer Steuer, usw.) berechnet.

  • Wie wird die Vergütung berechnet?

    Für Steuerjahr 2020 (Einkünfte 2019) entspricht der Betrag dieser Vergütung der Summe folgender Berechnungen:

    • Betrag der 1. Vorauszahlung (VZ1) x 1,50 %
    • Betrag der 2. Vorauszahlung (VZ2) x 1,25 %
    • Betrag der 3. Vorauszahlung (VZ3) x 1,00 %
    • Betrag der 4. Vorauszahlung (VZ1) x 0,75 %
  • Wie leiste ich als Selbstständiger oder Freiberufler meine erste Vorauszahlung?

    Für Ihre erste Zahlung müssen Sie wie folgt vorgehen:

    • Leisten Sie die Zahlung vorzugsweise über ein auf Ihren Namen lautendes Bankkonto.
    • Leisten Sie die Zahlung auf das Konto: BE61 6792 0022 9117 (BIC: PCHQ BEBB) des Einnahmezentrums - Dienststelle Vorauszahlungen. 
    • Vermerken Sie im Feld „Name und Adresse des Begünstigten“: „Einnahmezentrum - Dienststelle Vorauszahlungen“.
    • Vermerken Sie im Feld „Mitteilung“ die strukturierte Mitteilung auf Basis Ihrer Nationalnummer. “. Diese strukturierte Mitteilung finden Sie auf  MyMinfin (Rubrik Meine Zahlungen, Sektion Vorauszahlungen).

    Dadurch wird die Zahlung automatisch Ihrer Akte zugewiesen. Andernfalls geben Sie Ihre Nationalnummer in das freie Textfeld ein.

    Falls Sie elektronisch zahlen, stellen Sie sicher, dass Sie die exakte strukturierte Mitteilung übernehmen.

     Sie können sie jedes Mal übernehmen, wenn Sie eine Vorauszahlung leisten möchten.

    Wenn Sie im Laufe eines Jahres keine Vorauszahlungen geleistet haben, erhalten Sie nicht mehr automatisch Zahlungsformulare. Sie können die Vorauszahlungen wieder aufnehmen, indem Sie dieselbe strukturierte Mitteilung erneut übernehmen.

    Wenn Sie Ihre Vorauszahlungen über einen Dritten (z. B. über eine Bank im Rahmen eines Finanzierungsvertrags) vornehmen lassen, stellen Sie sicher, dass dieser Dritte auch die strukturierte Mitteilung verwendet.

    Wenn Sie bis zum nächsten Fälligkeitsdatum kein Zahlungsformular erhalten haben, hindert Sie dies nicht daran, die Zahlung wie oben beschrieben vorzunehmen (indem Sie die auf Basis der Nationalnummer resultierende strukturierte Mitteilung vermerken). 

  • Wie muss ich eine Vorauszahlung leisten, wenn dies nicht meine erste Zahlung ist?

    Über MyMinfin können Sie immer Ihre eigene strukturierte Mitteilung wiederfinden, sowie auch die für die Überweisung zu verwendende Kontonummer.

    Falls Sie elektronisch zahlen, benutzen Sie bitte immer diese strukturierte Mitteilung.

    Wenn Sie kein Zahlungsformular für das folgende Fälligkeitsdatum erhalten haben, hindert Sie dies nicht daran, die Zahlung wie oben beschrieben vorzunehmen (über die strukturierte Mitteilung auf Basis Ihrer Nationalnummer, die Sie über MyMinfin finden, oder indem Sie Ihre Nationalnummer in das freie Textfeld eingeben).

    Wenn Sie im Laufe eines Jahres keine Vorauszahlungen geleistet haben, erhalten Sie nicht mehr automatisch Zahlungsformulare. Sie können die Vorauszahlungen wieder aufnehmen, indem Sie dieselbe strukturierte Mitteilung erneut übernehmen.

  • Wann leiste ich meine Vorauszahlungen?

    Vorauszahlungen sind innerhalb der festgesetzten Fristen zu leisten. Für Steuerjahr 2021 (Einkünfte 2020) bedeutet dies:

    • für das erste Quartal: spätestens am 10. April 2020 (1. Vorauszahlung)
    • für das zweite Quartal: spätestens am 10. Juli 2020 (2. Vorauszahlung)
    • für das dritte Quartal: spätestens am 12. Oktober 2020 (3. Vorauszahlung)
    • für das vierte Quartal: spätestens am 21. Dezember 2020 (4. Vorauszahlung)

    Es empfiehlt sich, nicht bis zum letzten Tag zu warten, um die Zahlung zu leisten, da zwischen Zahlungsauftrag und dessen Ausführung immer einige Werktage liegen können.

    Im Laufe des ersten Quartals des folgenden Jahres erhalten Sie einen Kontoauszug „Vorauszahlungen“, anhand dessen Sie Ihre Steuererklärung ausfüllen können.

  • Kann meine Bank die Vorauszahlung für mich leisten?

    Dies ist zum Beispiel im Rahmen eines Finanzierungsvertrages der Fall.

    Für die Zahlung folgen Sie den gleichen Zahlungsanweisungen wie in der Frage „Wie leiste ich als Selbstständiger oder Freiberufler meine erste Vorauszahlung?“ beschrieben.

    Stellen Sie sicher, dass Ihre Bank Ihre strukturierte Mitteilung kennt. Das Fehlen einer strukturierten Kommunikation erhöht das Fehlerrisiko.

    Sie finden die für die natürlichen Personen und Selbständige zu verwendende Mitteilung auf MyMinfin.

  • Kann eine Erstattung zu meinen Gunsten als Vorauszahlung verwendet werden?

    Wenn Sie einen Steuerbescheid erhalten, in dem eine Steuerrückzahlung zu Ihren Gunsten ausgewiesen ist, können Sie diese Erstattung verwenden, um eine Vorauszahlung für den nächsten Besteuerungszeitraum zu leisten. Dazu müssen Sie einen Antrag an folgende Adresse richten:

    Einnahmezentrum
    Dienststelle Vorauszahlungen
    North Galaxy, Tour A
    Boulevard du Roi Albert II 33, bte 42
    1030 Brüssel

    rec.vers.anticipes@minfin.fed.be

    Dies müssen Sie vor dem tatsächlichen Zahlungsdatum der Erstattung tun (vor Ende des zweiten Monats nach Erhalt des Steuerbescheids).

  • Weitere Informationen?

    Wenn Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich an das

    Einnahmezentrum
    Dienststelle Vorauszahlungen
    North Galaxy, Tour A
    Boulevard du Roi Albert II 33, bte 42
    1030 Brüssel

    rec.vers.anticipes@minfin.fed.be (link sends e-mail)

    Tel.: 0257 257 57 (Normaltarif)

    Detailliertere Informationen und Berechnungsbeispiele finden Sie in der Informationsbroschüre (PDF, 328.17 Ko).